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Die Wochen vergehen und die Sehnsucht nach der Höhe der Berge wird immer stärker. Voller Enthusiasmus warte ich fieberhaft auf die erste Bergtour im Fagaras-Gebirge. Der Kopf ist voll Informationen, die ich bis vor der Abreise in Büchern gelesen habe, oder voll anziehender Bilder, die ich in Zeitschriften, oder auf Homepages des Gebirges, gesehen habe. Etwas später brenne ich vor Ungeduld davor, endlich wieder den Bergeskamm zu erklimmen, vor meiner Freude beim Anblick des Roten Bandes (Wegmarkierung), vor dem Moment, in dem die Wolken über den Himmel hetzen, die Gipfel der Berge umschmücken und ich mich dadurch wie ein unbedeutendes Insekt fühle. Oder wie ein Erklimmender des Absoluten, angestrengt und schnell atmend werfe ich meinen Rucksack vom Rücken auf den Berg und kann mich nicht entscheiden, in welche der vier Himmelsrichtungen ich zuerst schauen soll.

Wie dem auch sein, egal aus welchem Teil des Fagaras-Gebirges du herkommst, ein wichtiger Zwischenstopp sollte die Herberge Barcaciu sein (Cabana Barcaciu). Schon allein daher, weil die Schönheit noch mehr Wert für die Menschen hat, die sich vor langer Zeit dazu entschlossen haben den Komfort der Stadt hinter sich zu lassen und ihre Arbeit in die Erhaltung dieser Herberge investieren. Nichts, das die Stadt, deren Lichter im Flachland glitzern, bieten kann, ist vergleichbar mit der Atmosphäre dieser traditionellen Herberge: fließendes Quellwasser (brrr!); Eselchen, die dir beim Frühstück im Morgengrauen Gesellschaft leisten; das Licht der Karbidlampen, das verspielt an die Holzwände projiziert wird; der Himmel auf Erden, wenn draußen haushohe Schneeberge stehen und das Feuer im Kachelofen lodert; der Tee, der in riesigen Tassen serviert wird und überall sein Waldaroma verbreitet; der Likör aus Alpenrosen, der nur Kenner vorbehalten ist; getrocknete Blumen, die verstreut auf der Veranda liegen, auf der du die Ruhe des Sonnenuntergangs genießen kannst; die Geschichten des alten Petre (Mos Petre) - mal ergreifend traurig, mal unglaublich verrückt - die er vor dem Ofen erzählt.

Bisher wurde von denen, die wenigstens einmal unter diesem Dach Rast gemacht haben, ein riesiges Buch geschrieben. Das zweite Buch ist gerade in Arbeit. Ich könnte hier ganze Romane schreiben, aber die Schönheit der Natur ist, wenn du sie alleine entdeckst, so vollkommen. Solche Menschen, so voller Leben und voller menschlicher Wärme, wie du sie hier antriffst, wirst du sie in unserem Gebirge nur wenig antreffen, auch wenn es hier - glücklicherweise - noch viele schöne Orte gibt. Solche Menschen, voll Nächstenliebe, die immer ein gutes Wort für die Niedergeschlagenen, immer einen guten Rat für die Nicht-Kennenden, immer ein Lob für eine Verwirklichung, immer eine Aufmunterung für einen weiteren Versuch nach einem Misserfolg parat haben, genauso wie eine Ironische Bemerkung, oder eine strenge Entgegnung für Angeber, oder für Leichtsinnige.
Mit etwas Glück kannst du hier eine ganze Familie kennen lernen, die an das Gebirge gebunden ist. Zu allererst den alten Petre, der immer noch die Trampelpfade erklimmt und dir bei einer nächtlichen Begegnung vorkommt, wie ein Bär. Dann lernst du Frau Marianna kennen. Ihre Suppe aus grünem Salat mit Geräuchertem, die man am 1. Januar auf den Gipfeln des Fagaras Gebirges gegessen werden kann, würde sogar die Toten wieder zum Leben erwachen lassen. Ganz zu schweigen von ihren Sarmale, ihren Omelettes und anderen Delikatessen. Du lernst außerdem noch Mihai kennen, der seit einiger Zeit die Herberge führt und der der Geeignetste dafür ist, dir, falls du dich dazu im Stande fühlst, die unglaublichsten Varianten der Skiabfahrt (sogar stehend ? ) zu zeigen, die du dir nicht einmal im Traum vorstellen kannst.. Und dann gibt es noch den kleinen Alex, der quirlige Enkel, der die Herberge mit seiner übermäßigen Energie aufleben lässt. Es scheint, dass der kleine Alex, wenn er sich anstrengen würde, in einem kleinen Augenblick auf den Negoiu gelangt.

Ob im Sommer oder im Winter, ob im Frühling oder im Herbst, wenn du im Fagaras-Gebirge bist und der Barcaciu Herberge einen Besuch abstatten kannst (sei es beim Abstieg von den Gipfeln, oder beim Aufstieg) wirst du von hier nicht nur mit mehr Energie, sondern mit Sicherheit auch seelisch etwas reicher aufbrechen. Also vergeude nicht deine Chance in dieser Oase der Gastfreundlichkeit und Schönheit wenigstens für eine kurze Zeit einzukehren.

Übersetzt von Amelia Balan, traducere Amelia Balan